03.09.2019 Wieviel Geld im Alter benötige ich wirklich

Viele Menschen, die auch im Rentenalter nicht auf Urlaub, Komfort und Kultur verzichten mögen, brauchen viel Geld.

Die Einkommenslücke im Alter wird unterschätzt und ist höher als die meisten Leute denken.

Die Schere zwischen Einkünfte und Finanzbedarf im Alter öffnet sich immer weiter. Zum Thema Rente gibt es nicht viel positive Dinge zu berichten, aber hier kommt eines: Das Leben im Alter wird günstiger. Dennoch wird das Geld bei vielen von uns später nicht reichen. Vor allem bei den heute 35- bis 45-Jährigen und auch bei den Selbständigen. Bei denen schlagen erstmals alle beschlossenen Rentenkürzungen zu, wird es ganz schön eng im Geldbeutel.

Um nicht in Rentennot zu kommen, wird es Zeit für eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, mit der man überschlagen kann, was im Alter auf unserem Konto landet und wie viel Geld dann zum Leben benötigt wird. Nicht nur zum Überleben, sondern auch für Gesundheit, Kultur und Hobbys, Urlaube, Restaurantbesuche und gutes Essen. Denn all das genießen wir mit 45 genauso wie mit 72. Drei von zehn Sparern im mittleren Alter haben „keine Ahnung“, was sie monatlich ausgeben – und wofür sie genau ihr Geld „verpulvern“, sagen Finanzplaner.

Vier Sparer wissen allenfalls grob, wie viel Geld sie insgesamt verpulvern und ob vom Einkommen etwas übrigbleibt. Nur jeder dritte Deutsche führt eine Liste und kann einzelne Posten exakt benennen. „Wenn am Ende des Geldes noch viel Monat übrigbleibt, hat seine Lebenshaltungskosten und seine Ausgaben nicht im Griff, neigt dazu seine Einnahmen zu überschätzen und evtl. auch Kreditfallen zu schlittern“, warnt der unabhängige Finanzexperte Stefan Pflugmacher.

Sein Experten-Tipp: „Es sollte jeder seinen Lebensstandard genau beziffern. Also: Besitz und alle Netto-Einkünfte. Jeweils am Jahresanfang und Jahresende über einen längeren Zeitraum hinweg. Eine einfache Hochrechnung zeigt auf, mit wieviel Sparkapital man bei Renteneintritt rechnen kann. Damit sieht man schwarz auf weiß, wie hoch die Ausgaben real im Jahr sind. Dann wird die statistische Lebenserwartung genommen und ausgerechnet wieviel Euro pro Monat ausgegeben werden kann. Wichtig: die tatsächliche Inflation (mindestens 2,5%) einrechnen! So baut der zukünftige Rentner nicht auf Sand.“  Nur so ist man gewappnet und wird nicht in 15 bis 20 Jahren plötzlich erschrocken feststellen, dass z.B. Erdöl nun doch tatsächlich knapp bzw. extrem teuer wird. Oder wenn man feststellen sollte, dass uns die Grenzen des Wachstums durch knappe anderweitige Rohstoffe einholen, oder die Welt Nahrungsmittelproduktion dank sinkender verfügbarer Böden einbricht, oder die Entwicklung bei der Überfischung der Meere massiv weiter zunimmt.

Viele denken, im Alter brauche man doch nichts mehr. Stimmt das wirklich? Will man im Alter wirklich auf seinen gewohnten Lebensstandard verzichten?

Wie viel Geld im Alter benötigt wird, ist natürlich sehr individuell. So wie die Zahlen auf den Gehaltszetteln. Wer ein Leben lang wenig verdiente, kommt leichter mit weniger aus. Wer gut verdiente, hatte sich ein großzügigeres Ausgabeverhalten angewöhnt. Natürlich gibt es auch andere Standpunkte wie z.B. auf eine Erbschaft hoffen, Haus am teuren Standort verkaufen und in ein anderes Bundesland (oder gar Ausland) ziehen, sind die Kinder aus dem Haus bleibt genug übrig….etc. Wie realistisch ist das?Das Leben wird im Alter zwar 30 Prozent billiger, aber es kommen auch neue Ausgaben hinzu, zum Beispiel steigende Gesundheits-, Pflegekosten, oder für ein eigenes Auto, wenn man in Berufsjahren einen Geschäftswagen in Anspruch genommen hat. Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) sagte mal in einem Interview: „Vor allem Immobilienbesitzer verschätzen sich kräftig. Sie sparen zwar die Miete, ignorieren aber oft, dass eine

Immobilie gebundenes Vermögen ist, das keinen Ertrag bringt, sondern Geld kostet: Alle 20 Jahre ist im Schnitt eine neue Heizung fällig, Fenster müssen erneuert werden oder andere große Reparaturen.“ Im Ergebnis führt es dazu, dass Eigentümer gar nicht so viel billiger leben als Mieter, haben Berechnungen ergeben.

Ab 80 oder 85 Jahren investieren Eigentümer mehr noch mehr in ihr Eigenheim: ein neues Bad muss her mit ebenerdiger Wellnessdusche ein neuer Anstrich, Umbauten mit Treppenlifting usw. Statt das Haus abzuwohnen, wollen sie nämlich dessen Wert bewahren, sagen sie selbst. Auch hierfür müssen nicht unerhebliche Rücklagen gebildet werden.

Aber wissen die Deutschen wie viel man nun zum Leben braucht?

Gesetzliche Rente ist einfach nicht mehr als 50% des letzten Einkommens. (Ausgenommen Beamte, die bei ca. 71% des letzten Gehalts liegen. Dazu kommen noch ca. 70% Beihilfe für Beamte.) Heutige Rentner leben zu zwei Dritteln von der gesetzlichen Rente, lediglich zehn Prozent des Alterseinkommens stammen aus Betriebsrenten. Weitere zehn Prozent speisen sich aus Wohneigentum. Etwa 14 Prozent aus privaten Sparverträgen.

Große Sprünge sind da im Alter für viele nicht drin. Nun gilt es zu klären wieviel Geld bleibt also im Alter? Hier mal einige Eckwerte: Fürs Wohnen geben die Deutschen 25 bis 30 Prozent, für Ernährung 15 Prozent und für Unterhaltung 12 Prozent des verfügbaren Einkommens aus; egal in welchem Alter. Der Rest, insbesondere Posten wie z.B. Mobilität, hängt stark davon ab, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt. Im Laufe des Ruhestands verschieben sich die Anteile der einzelnen Ausgabenposten. Vor allem in der ersten Rentnerjahren, zwischen 65 und 75, lassen es viele Ruheständler ordentlich krachen: Sie reisen, kaufen sich neue Sportgeräte, bilden sich fort, sind mobil und aktiv. Sozusagen eine Hochausgabenphase, es wird nachgeholt nach, wozu man im Berufsleben keine Zeit hatte.

Dagegen sparen ältere Rentner sich dann einiges, vor allem Kosten für Verkehrsmittel (50 Prozent), weil sie das Auto abschaffen und weniger aushäusig unternehmen. Zudem geben sie 80 Prozent weniger für Weiterbildung und 25 Prozent weniger für Telekommunikation, Post bzw. Internet aus.

Ab 75 bis 85 wird’s dann wieder teuer (rund 23 Prozent mehr) für Betreuung und Dienstleistungen daheim: Bringdienste (Essen auf Rädern), Haushalts- und Gartenhilfen etc. Unterm Strich bleibt der Gesamtkonsum so über die Jahre ungefähr gleich hoch, zumindest nominal.

Das Altersvorsorgeinstitut DIA empfiehlt zu einer Sparquote von acht Prozent, um auch künftige Rentenkürzungen und größere Preissteigerungen abzupuffern. Das würde einer Rate von 320 Euro für 4000 Euro Einkommen entsprechen. „Aber Achtung: Die Auswirkungen der tatsächlichen Inflation wird hierbei oft unterschätzt. 4.000 Euro klingt heute vielleicht viel, im Jahr 2042 ist das nur noch ein Bruchteil des heutigen Kaufpotentials. Bankguthaben bzw. klassischen Sparformen wie Anleihen oder Rentenversicherungen sind keine sinnvollen Anlagen; seit Jahren ist die Rendite von Zinsanlagen niedriger als die Inflation. Unterm Strich also ein Minusgeschäft; es wird auch in naher Zukunft keine positiven Veränderungen diesbezüglich geben“ sagt der unabhängige Finanzexperte Pflugmacher.

„Jeder Dritte bis Vierte wird von der heutigen Generation 90 Jahre alt oder älter. So lange muss das Geld natürlich reichen. Eine gute Ruhestandsplanung kann dem verunsicherten Verbraucher helfen, Defizite in der Finanzplanung aufzudecken. Nur eine genaue Vermögens- und Rentenübersicht schafft die Voraussetzung, seinen lang ersehnten Ruhestand zufrieden und in finanzieller Sicherheit genießen zu können. Veränderungen sowohl im privaten als auch in beruflichen Situationen, sollten in der Planung zügig angepasst werden. Wie groß auch immer die Versorgungslücke sein mag: Anhand einer solchen Analyse können rechtzeitig Versorgungslücken aufgedeckt werden“ berichtet Stefan Pflugmacher, seit über 30 Jahren unabhängiger Finanzexperte und ehrenamtlicher Geldlehrer.

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