Leserfragen

Wir bekommen viele Anfragen aus unserem pflugmacher-finanzblog und unseren Veranstaltungen wie z.B. "GeldDinner". Hier stellen wir Ihnen eine interessante Auswahl zu Verfügung:

Für alle, die es genau wissen wollen: Unser Finanzblog

Ich bekomme 250.000€ aus einer Lebensversicherung ausgezahlt. Mein Verteter möchte mir eine "sofortbeginnende" Rente anbieten. Ich bin mir nicht sicher was ich tun soll. Können Sie mir einen Rat geben?

Stefan Pflugmacher: Eine sofortbeginnende Rentenversicherung kann eine Lösungsvariante sein. Die Vorteile der Rentenversicherung sind ein Garantiezins plus Überschüsse. Hier sollten Sie genau nachfragen wie hoch die Überschüsse der Gesellschaft in den letzten Jahren waren. In Ihre Berechnungen sollten Sie noch folgene Überlegungen mit einbeziehen:

  • Benötigen Sie zwischen durch Kapital (z.B. für Enkel bzw. Kinder)
  • Mit welcher Inflationsrate rechnen Sie?
  • Was sind Ihre Risiken in Sachen Pflegeabsicherung?
  • Werden evtl. Reparaturkosten für das Haus benötigt?

Das sind nur einige Dinge an die Sie denken sollten. Fordern Sie einen Vergleich von verschiedenen Rentenversicherungen an. Auch eine Variante mit einem Auszahlplan mit Investmentfonds sollten Sie prüfen. Sie haben hierbei die Möglichkeit flexibler zu agieren. Bei der privaten Rentenversicherung haben Sie, unter Umständen einen steuerlichen Vorteil. Sie sollten aber auf keinen Fall nur auf die steuerliche Optimierung achten, auf die gesamte Ruhestandsplanung kommt es an.


Wie hoch ist die tatsächliche Inflation?


Mir wurden Schiffscontainer eines Hamburger Unternehmens als Anlage angeboten. 5 Jahre Laufzeit und eine Festverzinsung von 4,1%. Was ist von dieser Art Kapitalanlage zu halten?

Stefan Pflugmacher: Wir sprechen hier von einer unternehmerischen Beteiligung. Sie sind direkt beteiligt. Das ist zunächst in Ordnung. Sie tragen aber auch das Totalverlustrisiko des Unternehmens.  Bei der Veräußerung in 5 Jahren ist der Rückkaufswert nicht garantiert. Weltmarkt und Rohstoffpreise können diesen u.a. beeinflussen. Das Angebot ist mit "IRR-Methode" gerechnet. Das beudeutet für den Anleger, dass alle Ausschüttungen wieder zum ursprünglichen Zins angelegt werden, nicht aber zum marktüblichen Zins. Bei einer kurzen Laufzeit ergeben sich geringe Abweichungen, bei längerer Laufzeit wird der Unterschied schon gravierender. Als Depot-Beimischung kann man solch eine Investition nutzen.

Ich möchte einen Investmentfonds bei meiner Bank kaufen. Meine Bank bietet mir einen DWS Vermögensbildungsfonds I an. Was ist von diesem Fonds zu halten?

Stefan Pflugmacher: Der Vermögensbildungsfonds I hat in den letzten Jahren eine gute Rendite geliefert. Aktien sind der Renditetreiber in diesem Fonds. Welche Rückschläge können Sie wirklich verkraften? In den letzten Jahren sind Anleger verwöhnt worden; steigende Kurs, gute Börsenaussichten. Es gibt einen einen sogenanten "Free Lunch", in den sich sich einkaufen können. Die Diversifikation ist wichtig. Mit einem Investmentfonds haben Sie schon eine sehr hohe Streuung erreicht. Auch das Thema Sicherheit  ist bei Investmentfonds sehr hoch, da es sich um Sondervermögen handelt. Das bedeutet für Sie: Insolvenzschutz auf Ihre Fondsanlagen und Sie als Investor haben den Zugriff. Ein Risiko für Sie ist das sogenannte "Marktrisiko" (Kursschwankungen). Die DWS ist übrigens die größte Deutsche Fondsgesellschaft. Keiner, auch die Fondsmanager können den Markt (Kurse) vorhersehen. Prüfen Sie, welche prozentualen Kursschwankungen Sie verkraften können? Wie reagiert Ihre Familie, wenn plötzlich 30% weniger im Depot sind? Um Vermögen zu vermehren und zu sichern kommt es auf Streuung und Kostenkontrolle an. Einige zusätzliche Investmentfonds im Bereich der Festverzinslichen, sind sehr empfehlenswert für ein Depot.

Nehmen Sie z.B. Morphium ein, kann das in konzentrierter Form tödlich sein. Aber in einer richtigen Mischung hilft es Schmerzen zu vermeiden. Oder am Beispiel "Feuer": Es kann wärmen oder verbrennen. Viel Erfolg bei Ihren Anlageentscheidungen.

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Ich, Rentnerin, und habe eine Werbung von "Wald und Holz Beteiligungen" gefunden. Hört sich alles sehr gut an. Alles wird schlüssig erklärt. Welche Risiken habe ich? Man hört ja soviel Negatives. Ich habe kein gutes Gefühl.

Stefan Pflugmacher: Sie liegen vom Gefühl her richtig. Diese Anlagen werden meisten mit Genußrechten oder Nachrangdarlehen angeboten. Das Risiko des Totalverlustes ist gegeben. Die wichtigste Frage, die Sie sich als AnlegerIN stellen sollten: "Wie entsteht Rendite?" Wenn ein Unternehmen 6% festen Zins in Aussicht stellt, fragen Sie: Wie hoch müssen die Gewinne des Unternehmens sein? Gehälter, Steuer, Rücklagen usw. müssen abgezogen werden. Ein Unternehmen sollte dann wenigsten 25% Gewinn mit ihrer Unternehmung erwirtschaften. Warum holt sich das Unternehmen kein Geld von Banken? Bekommt Sie keines mehr? Wenn ja - warum?

Es gibt Firmen, die mit fremden Geldern arbeiten, sinnvolle Dienstleistungen und Produkte anbieten. Sie können sich auch Darlehen von ihren Kunden geben lassen. Es geht schneller, unkomplizierter, weniger Berichte, höheres Eigenkapital für das Unternehmen. Die Frage ist, ob es sich lohnt, dass alles genau zu prüfen - und wer prüft bzw. testiert? Ein Restrisiko bleibt für den Anleger (Totalverlust ist möglich). Wenn Sie Kapital als Spielgeld verwenden wollen.. probieren Sie es.

Meistens sind es kleine Anlagesummen, die vermittelt werden. Haben Sie sich schon mal gefragt warum? Wenn z.B. eine Kleinstanlagesumme in Höhe von 5.000 € "futsch" sind, geht keiner zum Rechtsanwalt. Anwaltskosten und Aufwand wären viel zu hoch. Einen persönlichen Berater gibt es meisten auch nicht, der Sie über die Risiken aufklärt. Ein Klick im Internet, und Sie haben alles gelesen. Erklären Sie das einmal einem Richter. Er wird wahrscheinlich sagen, Sie haben doch geklickt und somit bestätigt, alle Informationen gelesen zu haben.  Es gilt "Konzeption vor Kondition". Wir haben die Erfahrung gemacht, dass solche Anlagen nicht das gewünschte Resultat bringen. Unsere Mandanten fühlen sich nach einer neutralen Überprüfung ihrer Vermögenswerte  sehr viel wohler und wissen dann auch, wie die persönliche Geldanlage strukturiert sein sollte. Bestimmt haben auch Sie dann ein gutes Gefühl!

Ich bin selbständig und möchte in 7 Jahren in den Ruhestand gehen. Mein Gefühl: die Rente reicht nicht. Möchte daher noch etwas Kapital (ca. 500,00 € /Monat) sparen. Was ist die beste Möglichkeit?

Stefan Pflugmacher: Das mit dem Gefühl ist so eine Sache. Sie sollten schon konkrete Zahlen haben. Wie hoch muss Ihre persönliche Rendite sein, damit Ihre Altersversorgung abgescihert ist? Für eine Versicherung ist es wahrscheinlich schon zu spät (wegen der geringen Laufzeit). Eine Möglichkeit wäre das Ansparen mit Investmentfonds. Wenn diese Möglichkeit Neuland für Sie ist,  sollten Sie sich fachkundigen Rat einholen. Was für eine Anlegertyp sind Sie? Hier hilft ein genaues Risikoprofiling zu machen. Damit ist ein professioneller Berater in der Lage, ein genau auf Sie abgestimmtes Depot (eine Zusammstellung von Wertpapieren) zusammenzustellen. Sie können flexibel einzahlen; monatliche Summen bzw. Zuzahlungen zu leisten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt können Sie Ihrem Depot wieder Gelder entnehmen. Denken Sie auch an das Langlebigkeitsrisiko und die Inflation. Wenn Sie das alles richtig machen, steht einem gesichertem Ruhestand nichts mehr im Wege.

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Wir sparen seit einiger Zeit in eine Fondspolice der Zürich-Versicherungen. Die Police läuft schon 5 Jahre und wir haben einen sehr geringen Rückkaufswert bestätigt bekommen. Unser Bank-Berater sagte das "wäre normal". Stimmt das?

Stefan Pflugmacher: Leider muss ich Ihnen sagen: JA, das stimmt! Gerade bei sogenannten Kinder- oder Enkelpolicen wirkt sich das dramatisch aus. Sehr hohe Provisonen aufgrund der langer Laufzeit. Wie hoch genau die Kosten sind, ist meistens sehr schwer feststellbar. Die Fondspolice ist ein intransparentes Produkt. Was können Sie tun: 1) Fordern Sie Berechnungen an, in der Sie alle Kosten aufgelistet sehen können. Sie müssen wissen welche Summe von meinem monatlichen Sparbeitrag an Gebühren, Kosten wegfallen. In den ersten fünf Jahren haben Sie die Abschlußkosten bezahlt, das wirkt sich auf die gesamte Rendite extrem negativ aus. 2) Sie sollten überlegen und nachrechnen ob es Sinn macht den Vertrag weiterhin zu besparen. Ein steuerlicher Vorteil sollte in die Berechnung einfließen.

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Sind ETF's die bessere Geldanlage?

  • Unabhängiger Anlageexperte, Stefan Pflugmacher, antwortet:

Ich las vor einiger Zeit, dass es sinnvoll wäre, in ETF-Fonds anzusparen. In einem Forum las ich von einem günstigen ETF-Fonds mit Dax-Werten. Ich bin der Empfehlung gefolgt. Eine zeitlang ist meine Investition gut gelaufen. In letzter Zeit habe ich fast alle Gewinne wieder eingebüßt. Die Nachrichten für Deutschland sind doch gut, wenn China fällt, warum fällt dann auch mein ETF-Fonds? Ich dachte, ich habe mit dem Markt nichts zu tun und bin nur in deutschen Aktien investiert.

Stefan Pflugmacher: Das stimmt grundsätzlich. Die Märkte heutzutage reagieren nicht nur auf  Wirtschaftsnachrichten. Die Börsen sind geprägt von Emotionen, denen sich viele Anleger nicht entziehen können. Unter anderem gibt es mittlerweile automatische Computerprogramme, die Wertpapiere bei einem gewissen Kurs automatisch verkaufen. Dieses drückt dann auch wieder den Markt, weil das Angebot plötzlich zunimmt. Grundsätzlich müssen Sie wissen: Wenn Sie in Aktien investieren, die in einem speziellen Segment eingeordnet sind, Sie genau darauf spekulieren das dieses Segment steigt. Wenn das nicht der Fall ist, ist Ihre Spekulation fehlgeschlagen. Wenn Sie lediglich in Aktienfonds investieren, was langfristig (Zeitraum zwischen 7 bis 10 Jahren und länger) auch in Ordnung geht, Sie nur die Möglichkeit haben dieses durchzuhalten. Über diese Dinge sollten Sie sich vorher im Klaren sein, ansonsten Finger weg! Nur weil Sie einen günstigen ETF-Fonds mit Dax-Werten gekauft haben (was schon mal eine gute Idee ist!) schützt Sie das nicht vor Verlusten. Eine breite Streuung sollten Sie immer vornehmen.

 

Ich bin 65 Jahre und habe einiges an Vermögen zusammengespart und geerbt. Soll ich eine Wohnung als Kapitalanlage kaufen, und diese vermieten? Der Aktienmarkt scheint mir zur Zeit etwas unsicher. Für Festgeld bekomme ich auch keine Zinsen mehr.

Stefan Pflugmacher: Herzlichen Glückwunsch, dass Sie sich ein Vermögen angespart haben! Den Gedanken sich eine Wohung zu kaufen, haben zur Zeit sehr viele Anleger. Das treibt die Immobilien-Preise in die Höhe. Wenn Sie Angebote vorliegen haben, gilt es genau zu prüfen. Die Anbieter sprechen immer in blumigen Worten und zeigen gerne wunderbare Prospekte. Zunächst sollten Sie einmal feststellen was genau ihr Bedarf ist? Benötigen Sie noch Bargeld zwischendurch, was gibt es zu vererben, ist eine Patientenverfügung in korrekter Form vorhanden usw. Für Ihr Festgeld bekommen Sie zwar zur Zeit keine Zinsen, dafür ist es sehr sicher investiert. Bei einem Aktiendepot sollten Sie mindestens einen Anlagehorizont von 7 bis 10 Jahren in Betracht ziehen. Mit welcher Inflationsrate rechnen Sie die nächsten Jahre? Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie mindestens mit 2,5% rechnen. Es kommt genau auf Ihre Anforderungen und Situation an. Ein breit gestreues Investmentdepot kann hier ein Baustein sein. ETF und Assetklassen-Fonds bilden hier eine interessante Variante. Auch ein gewisser Anteil an festverzinslichen Wertpapieren sollte im Depot vorhanden sein. Vielleicht auch interessant für Sie: Wissenswertes über Geldanlage ab 60plus.