Der Experte Stefan Pflugmacher wurde eingelden zur TV Sendung Bayern Live

Starnberg, 26.05.2012 Die Redaktion von TV Bayern live hat zur Sendung am Sonntag, den 27.5. (Pfingstsonntag) mit dem Themencluster im Bereich Geld und Geldlehrer, den Experten und Geldlehrer Stefan Pflugmacher eingeladen. TV Bayern live* ist das RTL-Landesfenster für Bayern. Der 1. zertifizierte Geldlehrer aus Bayern. Stefan Pflugmacher bei TV Bayern Live: (Die Fassung des Interviews ist gekürzt. Das vollständige Interview können Sie in dem obigen Video nachhören) Warum braucht Deutschland Geldlehrer? Stefan Pflugmacher: "Es fehlt das Grundwissen in Sachen Geld. Der Verein wurde gegründet, weil wir durch praxisbezogenen Geldunterricht erreichen wollen, dass die Schüler selber Verantwortung für ihr Geld übernehmen und clevere finanzielle Entscheidungen treffen". Wollen Sie aus allen Schülern Millionäre machen? Stefan Pflugmacher: "Das ist ein schönes Stichwort. Zuerst einmal klären wir die Frage, was ist reich? Wenn ein Schüler 10 € Taschengeld hat - ist er dann schon reich? Ist Elton John reich, der in den 90iger Jahren jährlich rund 91 Millionen Euro verdient hat? Wie sieht es aus, wenn er jedoch 120 Millionen ausgegeben hat? Es geht darum das Bewusstsein der Schüler zu wecken, was die Folgen von Schulden sind. Und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, wenn man eine Anschaffung finanziert". Wie muß man sich den Geldunterricht vorstellen? Stefan Pflugmacher: "Zuerst einmal praxisbezogen. Wir rechnen konkrete Beispiele, die direkt aus dem Umfeld dieser Menschen gegriffen sind. Dazu haben wir einen speziellen Taschenrechner entwickelt, in dem alle Zinseszinsformeln hinterlegt sind. Ob Finanzierung oder Anlageprodukt - der Schüler ist in kürzester Zeit in der Lage, die Angebote tatsächlich zu prüfen und dem Berater die richtigen Fragen zu stellen. Beispielsweise werden bei der Effektivzinsangabe nicht immer alle Kosten eingerechnet. Mit dem speziellen Taschenrechner, findet der Schüler diesen Fehlbetrag schnell heraus und kann seinen Bänker fragen, was genau hier noch fehlt. Damit entsteht Chancengleichheit am Bankschalter. Fragen wie z.B. Lohnt sich das für mich? Welche Kosten sind enthalten? Auf diese wichtigen Fragen findet der Schüler nun selber, und das ganz schnell und einfach, jeweils eine Antwort. Durch dieses Erfolgserlebnis macht ihm der Unterricht auch großen Spaß". Wie alt sind die Schüler, die diesen Geldunterricht besuchen? Stefan Pflugmacher: "In der Regel sind das Schüler der 8. bis 10. Klasse - also sind sie ca. 16 bis 17 Jahre". Sind die Schüler heute mit den Kaufangeboten überfordert - bzw. gefährdet? Stefan Pflugmacher: "Viele Angebote gab es früher nicht. Grundsätzlich sind gegen diese Angebote auch nichts einzuwenden, wenn der Schüler weiß, welche Konsequenzen es hat, wenn er sich seine Wünsche auf Pump erfüllt, anstatt das benötigte Geld erst einmal anzusparen. Wer plötzlich schwarz auf weiß sieht, was einem eine solche verlockende Finanzierung wirklich auf 3 oder 5 Jahre kostet, kommt dann ganz schnell ins Nachdenken - und genau das wollen wir erreichen. Anstelle von Konsumterror sollte die Frage stehen: Brauche ich das wirklich jetzt sofort?" Sie sprechen im Geldunterricht verschiedene Bereiche an. Sind z.B. Handyverträge komplizierter als Kreditverträge? Stefan Pflugmacher: "Beide sind oft gleich unübersichtlich. Man muß nur wissen: wie kann man es jeweils nachrechnen und wo sind die Knackpunkte? Wir wollen, dass die Schüler finanziell fit sind, und clevere Geldentscheidungen treffen, das ist ganz wichtig". Wieviel Geldlehrer gibt es derzeit? Stefan Pflugmacher: "Stand Mai 2012 gibt es 69 Geldlehrer. Das Ziel sind 1.000 Geldlehrer in etwa 5 Jahren."  

Bayerisches Fernsehen 2009